Zuletzt geprüft: 6. Juni 2026

Notfallnummer 113 – Hintergrund & schnelle Hilfe

Deutschland plant mit der 113 eine zentrale Notfallnummer für psychische Krisen. Sie ist noch nicht erreichbar. Diese Seite erklärt Hintergrund, Aufgaben und Zeitplan – und nennt Hilfsangebote, die Ihnen schon heute helfen.

Akute Lebensgefahr?

Wenn für Sie oder eine andere Person unmittelbare Gefahr besteht, zögern Sie nicht:

Soforthilfe – diese Nummern helfen jetzt

Solange die 113 nicht erreichbar ist, sind dies die verlässlichen Anlaufstellen. Kostenlos, auf Wunsch anonym, zuletzt am 6. Juni 2026 überprüft.

TelefonSeelsorge

0800 111 0 111 0800 111 0 222 116 123 24/7 · kostenlos · anonym

Seelsorge und Unterstützung bei allen Lebenskrisen. Auch per Chat und Mail über telefonseelsorge.de.

Krisendienste Bayern

0800 655 3000 24/7 · kostenlos

Landesweit in Bayern – Vorbild für die geplante 113. Bei Bedarf auch mobiler Einsatz vor Ort.

Berliner Krisendienst

030 390 63-10 24/7 · anonym

Für Berlin. Hilfe telefonisch, persönlich und im Notfall vor Ort (Standorte -10 bis -60).

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

116 016 24/7 · kostenlos · anonym

Für Frauen, die Gewalt erleben oder erlebt haben – auch für Angehörige und Fachkräfte.

Muslimisches SeelsorgeTelefon (MuTeS)

030 443 509 821 24/7 · kostenlos · anonym

Für Menschen in seelischer Not – offen für alle, unabhängig von Religion und Herkunft.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst

116 117 24/7

Bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen gesundheitlichen Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten.

Mit festen Zeiten erreichbar

Kinder- und Jugendtelefon

116 111 Mo–Sa 14–20 Uhr · kostenlos

„Nummer gegen Kummer“ für Kinder und Jugendliche. Anonym.

Elterntelefon

0800 111 0 550 Mo–Fr 9–17, Di+Do bis 19 Uhr

Beratung für Eltern und Erziehende. Kostenlos und anonym.

Info-Telefon Depression

0800 33 44 533 Mo/Di/Do 13–17, Mi/Fr 8:30–12:30

Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Information zu Erkrankung und Behandlung.

Die neue Notfallnummer 113 – der Hintergrund

Die Notrufnummern 110 (Polizei) und 112 (Rettungsdienst) kennt jedes Kind. Für psychische Krisen fehlt bislang eine vergleichbare, einprägsame Nummer. Genau diese Lücke soll die geplante 113 schließen – als niederschwelliger, professioneller Zugang zu Hilfe in akuten seelischen Notlagen.

Wer heute in eine Krise gerät, steht vor einem verwirrenden Mosaik an Angeboten: TelefonSeelsorge, Nummer gegen Kummer, Beratungstelefone, sozialpsychiatrische Dienste, kommunale Krisendienste. In einer akuten Notlage fehlt vielen die Kraft, sich da durchzufinden. Eine einzige, leicht merkbare Nummer kann den entscheidenden Unterschied machen.

Psychische Krisen funktionieren zudem anders als körperliche Notfälle: Oft hilft ein ruhiges Gespräch mit einer geschulten Fachperson mehr als das Erscheinen von Polizei oder Rettungswagen. Diese spezialisierte Hilfe soll die 113 bieten.

Zeitplan: Laut Suizidpräventionsgesetz soll bis zum 30. Juni 2026 ein Konzept vorliegen. Der tatsächliche Start ist realistisch erst zwischen 2027 und 2028 zu erwarten. Bis dahin ist die 113 nicht erreichbar.

Aufgaben der 113: Was sie leisten soll

Professionelle Ersteinschätzung

Geschulte Fachkräfte schätzen ein, wie akut die Krise ist und welche Hilfe jetzt am sinnvollsten ist.

Krisenintervention am Telefon

Beruhigen, deeskalieren, gemeinsam Lösungen und Sicherheitspläne entwickeln.

Vermittlung weiterführender Hilfe

Mobile Krisenteams aktivieren, an psychiatrische Dienste, Therapeuten oder Kliniken weiterleiten.

Koordination

Statt selbst Anlaufstellen abzuklappern, sollen Hilfesuchende zur passenden Unterstützung gelangen.

Für wen die 113 gedacht ist

  • Menschen mit Suizidgedanken
  • Personen in akuten psychischen Krisen (Panikattacken, schwere depressive Episoden, Angstzustände)
  • Angehörige und nahestehende Personen, die Unterstützung suchen
  • Hinterbliebene nach einem Suizid
  • Berufliche Bezugspersonen (z. B. Lehrkräfte, Pflege, Soziale Arbeit)

Bayern als Vorbild

Bayern hat bereits umgesetzt, was bundesweit noch geplant ist: einen flächendeckenden, professionellen Krisendienst. Unter 0800 655 3000 erhalten Menschen dort rund um die Uhr qualifizierte Hilfe. Diese Erfahrungen fließen direkt in die Planung der bundesweiten 113 ein.

Regionale & weitere Hilfe finden

Regionale Krisendienste ändern ihre Nummern und Zeiten gelegentlich. Damit Sie immer an die aktuell gültigen Kontakte gelangen, verweisen wir auf die offiziellen, laufend gepflegten Verzeichnisse:

Krisendienste & Beratungsstellen in Ihrer Nähe

Verzeichnis der Stiftung Deutsche Depressionshilfe – nach Region durchsuchbar, stets aktuell.

Zum Krisendienst-Finder →

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention

Vermittelt Kontakte zu Beratungs- und Hilfestellen für Betroffene und Angehörige bundesweit.

Hilfsangebote ansehen →

TelefonSeelsorge – auch Chat & Mail

Neben dem Telefon (24/7) gibt es kostenlose Beratung per Chat und E-Mail.

telefonseelsorge.de →

krisenchat – für junge Menschen bis 25

Kostenlose, anonyme Krisenberatung per Chat, rund um die Uhr.

krisenchat.de →

[U25] – Online-Suizidprävention

Anonyme Mailberatung der Caritas für junge Menschen unter 25 in (suizidalen) Krisen.

u25-deutschland.de →

Ärztlicher Bereitschaftsdienst

Telefon 116 117 und Arzt-/Bereitschaftspraxis-Suche bundesweit.

116117.de →

Unterstützung für Angehörige

Wenn ein Mensch in Ihrem Umfeld in einer psychischen Krise ist, können Sie viel bewirken – und sollten dabei auch auf sich selbst achten.

Was Sie tun können

  • Bleiben Sie ruhig und hören Sie aktiv zu.
  • Nehmen Sie Sorgen ernst – bagatellisieren Sie nicht.
  • Bieten Sie Hilfe bei der Kontaktaufnahme mit Krisendiensten an.
  • Achten Sie auf sich selbst – Selbstfürsorge ist wichtig.

Hilfreiche Anlaufstellen

  • Beratung für Angehörige bei der TelefonSeelsorge und beim Hilfetelefon.
  • Selbsthilfe-Kontaktstellen vor Ort über NAKOS.
  • Regionale Beratungsstellen über den Krisendienst-Finder (siehe oben).

Fragen und Antworten zur 113

Wann wird die Notfallnummer 113 verfügbar sein?

Laut Suizidpräventionsgesetz soll bis zum 30. Juni 2026 ein Konzept für die bundesweite Krisenhotline vorliegen. Mit der tatsächlichen Inbetriebnahme ist realistisch erst zwischen 2027 und 2028 zu rechnen. Bis dahin ist die 113 nicht erreichbar – nutzen Sie bitte die auf dieser Seite genannten Angebote.

Ersetzt die 113 bestehende Angebote wie die TelefonSeelsorge?

Nein. Die 113 ist als Ergänzung geplant, nicht als Ersatz. Die TelefonSeelsorge und andere etablierte Hilfetelefone bleiben wichtige Anlaufstellen. Die 113 soll als zentrale, gut merkbare Nummer dienen und bei Bedarf an spezialisierte Angebote weiterleiten.

Was wird ein Anruf bei der 113 kosten?

Voraussichtlich nichts. Wie bei 110 und 112 ist geplant, dass die 113 vom Festnetz und vom Mobiltelefon kostenlos erreichbar sein wird. Die Finanzierung soll aus öffentlichen Mitteln erfolgen.

Werden Gespräche aufgezeichnet oder gespeichert?

Nach den bisherigen Plänen sind Vertraulichkeit und Anonymität zentrale Grundprinzipien. Gespräche sollen nicht aufgezeichnet und Telefonnummern nicht gespeichert werden. Die endgültigen Regelungen werden mit dem Konzept festgelegt. Die bereits heute erreichbare TelefonSeelsorge arbeitet anonym und vertraulich.

Kann ich auch wegen einer anderen Person anrufen?

Ja. Die 113 ist ausdrücklich auch für Angehörige, Freunde und nahestehende Personen gedacht, die sich Sorgen um jemanden machen. Beratung für Dritte ist schon heute über die TelefonSeelsorge und das Hilfetelefon möglich.

Was soll passieren, wenn ich die 113 anrufe?

Geplant ist die direkte Verbindung zu einer geschulten Fachkraft, die zuhört, die Situation professionell einschätzt, gemeinsam nach Lösungen sucht, deeskalierend wirkt und bei Bedarf weiterführende Hilfe vermittelt – etwa mobile Teams, Kliniken oder Therapeuten.

Gibt es bereits erfolgreiche Beispiele für solche Hotlines?

Ja. Der Krisendienst Bayern unter 0800 655 3000 funktioniert bereits erfolgreich und dient als Vorbild für die bundesweite 113. Er ist landesweit rund um die Uhr und kostenlos erreichbar.

Kann ich die 113 auch bei weniger akuten Problemen nutzen?

Die 113 ist primär für akute Krisensituationen gedacht. Bei länger bestehenden Problemen ohne akute Krise sind andere Angebote passender (Therapeuten, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen). Auch dorthin kann die 113 weitervermitteln.

Quellen & weiterführende Informationen

Diese Seite ist ein unabhängiges Informationsangebot und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Alle Telefonnummern werden regelmäßig überprüft; maßgeblich sind stets die Angaben der jeweiligen Anbieter.